Eine unkomplizierte Weinwanderung in Klosterneuburg

Diese Weinwanderung rund um Klosterneuburg ist nicht nur lehrreich, sondern auch bewegungsintensiv. Margit und Dieter Kreuzhuber  

12. März 2020, 08:00

Blick auf Klosterneuburg
Am Buchberg
Weingarten bei Klosterneuburg

Diese Weinwanderung führt in einem Rundweg vom Stift Klosterneuburg durch die Klosterneuburger Weingärten. Das Augustiner Chorherrenstift wurde im Hochmittelalter von Leopold III. gegründet – der „Schleierlegende“ nach am Fundort des vom Winde verwehten Brautschleiers seiner Gattin Agnes. Zum Stift gehört auch das älteste – mittlerweile sogar klimaneutrale – Weingut Österreichs mit Weinkellern aus dem Barock, die man besichtigen kann.

Klosterneuburg ist in der Weinwelt auch für seine Weinbauschule bekannt, in der schon viele Winzerinnen und Winzer die Schulbank gedrückt haben. Die gleich nach ihrer Gründung 1860 hier entwickelte Klosterneuburger Mostwaage gab den Zuckergrad im Traubenmost an und ist heute noch ein wichtiges Kriterium für die Klassifikation von Wein. Es wurden auch einige Rebsorten in dieser Schule gezüchtet, wie zum Beispiel der Zweigelt, der aus einer Kreuzung aus St. Laurent und Blaufränkisch hervorgegangen ist.

Fasslrutschen

Vom Stift geht es zuerst durch die Stadt und dann den Hafnergraben hinauf. Im Wald führt ein Weg nach rechts, wo man nach der Riede „Schwiebel“ einen weitreichenden Blick auf Klosterneuburg, die Stiftskirche und den markanten Bisamberg hat.

Einst rutschten im Urmeer abgelagerte Sedimente an Abhängen ab und schichteten den Flyschboden aus Sandstein und Mergel auf; heute stehen darauf die Klosterneuburger Weingärten. Der kalkhaltige Boden ist für Burgundersorten wie Weißburgunder oder Chardonnay gut geeignet. Seit 1814 gibt es wieder regelmäßige Rutschungen, denn zu Leopoldi findet jährlich das legendäre Fasslrutschen statt. Wer an Leopolds Gedenktag über das riesige Tausendeimerfass rutscht, hat angeblich gute Chancen, dass ein Wunsch in Erfüllung geht.

Schafe für die Mäharbeit

Man wandert weiter durch den Naturpark Eichenhain Richtung Buchberg hinauf. Nach der Kerblwiese und der Riede „Dünne Gais“ führt ein Fußweg zu einem Bildstock, quer durch die Weingärten in südlicher Richtung zum Heurigen Trat-Wiesner und von dort den Kirchensteig weiter hinunter bis nach Weidling.

Weiter geht‘s am Fuße steiler Rieden des Stifts Klosterneuburg entlang. Vielleicht sieht man dort auch Kamerunschafe herumklettern, die hier ganzjährig im Weingarten gehalten werden, um im Sommer die „Mäh“-Arbeit zu übernehmen und den Boden natürlich zu düngen. Man wandert den Franz-Kober-Weg mit Blick ins Weidlingbachtal hinauf und könnte mit etwas Glück Smaragdeidechsen sehen, die sich auf der Steinmauer wärmen. Beim Schwarzen Kreuz zweigt ein Weg scharf nach links ab zur Riede „Harrer“; von dort gelangt man wieder zum Hafnergraben und über die Agnesgasse mit ihren zahlreichen Heurigenlokalen und Buschenschänken zurück zum Stift. (Margit und Dieter Kreuzhuber, 12.3.2020)

Weitere Outdoor-Tipps:

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Service

Buschenschänken und Heurigenlokale

Heuriger Trat-Wiesner, Herthergasse 49

Weinschenke Hitzel, Haseldorfergasse 13

In der Agnesstraße: Buschenschank Gruber (Nr. 43), Heuriger Schmuckenschlager (Nr. 46), Heuriger Redinger (Nr. 23)

Kerbl am Weinberg, Raphael-Donnergasse 19

Buschenschank Pötsch, Kardinal-Piffl-Platz 11

Weintipp

Stiftsvinothek, Rathausplatz 24, täglich außer Feiertag geöffnet

Stiftsweinkellerführung täglich

Autoreninfo

Margit und Dieter Kreuzhuber betreiben die Webseite www.weinwandern.at. Dort ist auch diese Weinwanderung mit Online-Karte und Geolocation-Funktion für die leichtere Orientierung unterwegs zu finden.

https://www.derstandard.at/story/2000115576278/eine-unkomplizierte-weinwanderung-in-klosterneuburg

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