Weshalb ihr jetzt immer mit einem Reiseführer unterwegs sein müsst!

Bis vor Kurzem waren Menschen mit Reiseführern, vor allem in Österreichs Städten, ein Zeichen von Massentourismus und sorgten somit für hochgezogene Augenbrauen und mitleidiges Verständnis bei der einheimischen Bevölkerung. Doch das hat sich komplett geändert.

Reiseführer in Buchform sind eine fantastische Sache:

  • Sie bringen uns beim Lesen bereits lange vor der Abreise in Urlaubsstimmung.
  • Sie versorgen uns mit geschichtlichen Hintergründen, wichtigen Reiseinformationen und aktuellen Highlights – sofern es sich um eine überarbeitete neue Ausgabe handelt.
  • Wenn man den Reiseführer schon im Vorfeld gelesen hat, kann man spielend bei Mitreisenden ob des souveränen Wissens Eindruck schinden und Bildung vortäuschen.
  • Sobald sie im häuslichen Bücherregal stehen, zeugen sie von der Mondänität des Besitzers. Freunde oder Familienmitglieder die zu Besuch kommen, werden voller Respekt und Ehrfurcht auf die absolvierten Expeditionen blicken.
  • Sie können ganz einfach an geschätzte Menschen verliehen werden.
  • Nach der eigentlichen Reise dienen sie uns immer noch als probates Nachschlagewerk und erfüllen dadurch über viele Jahre (wenn nicht Jahrzehnte) eine ganz wichtige Aufgabe.

Auf der anderen Seite stehen Reiseführer auch für Massentourismus, für überfüllte Sehenswürdigkeiten, gastronomische Touristenfallen und zeugen als mitzuführender Ballast davon, in der jeweiligen Urlaubsdestination nicht einheimisch beziehungsweise ortskundig zu sein.

Doch wir alle erleben gerade eine dramatische Veränderung unserer Lebensgewohnheiten. Einher geht, dass große Fernreisen in exotische Länder höchstwahrscheinlich in den kommenden Monaten nicht möglich sein werden. Aus diesem Grund wird unser langersehnter Urlaub voraussichtlich in einem der neun Bundesländer stattfinden.

Genau hier kommt der Österreich-Reiseführer ins Spiel.

Besorgt euch eine aktuelle Ausgabe eines heimischen Reiseführers und nehmt diesen auf allen euren Ausflügen und Urlauben in Österreich mit.

Wir wollen doch alle unsere angeschlagene Tourismusbranche unterstützen und dies mit Stolz zeigen. Wo man früher als Ostösterreicher mit der sogenannten „Salon-Tracht“ in den westlicheren Bundesländern (eher negativ) aufgefallen ist oder als Österreicher im heimischen Urlaubsort mitunter gar nicht als Tourist wahrgenommen wurde, bietet der Reiseführer nun eine subtile Möglichkeit sich als solcher zu deklarieren.

Von großer Bedeutung ist, dass es sich um einen „wirklichen“ Reiseführer in Buchform handelt und nicht um irgendwelche Apps oder andere elektronische Helferlein am Mobiltelefon. Einerseits, weil es den Reiseverlagen aufgrund der drastisch gesunkenen Reisetätigkeit wirtschaftlich ganz schlecht geht und sie somit auf jede Unterstützung angewiesen sind.

Andererseits und das ist der Hauptgrund: Die gebunden Reiseführer können ganz einfach in der Jackentasche oder dem Rucksack verstaut werden, sollten aber bei jeder Möglichkeit demonstrativ in der Hand gehalten oder bei einer kurzen Verschnaufpause im Kaffeehaus beziehungsweise im Wirtshaus auf dem Tisch platziert werden.

Denn nur dadurch ist gewährleistet, dass man blitzschnell als einheimischer Urlauber erkannt wird. In Ermangelung an ausländischen Gästen wird einem die lokale Bevölkerung mit Wertschätzung und Dankbarkeit entgegentreten. Durch dieses touristische Corpus Delikti ergeben sich sicherlich Gespräche mit den Einheimischen. Ihr könnt über bereits absolvierte Besichtigungen berichten und euer Gegenüber zu weiteren Tipps ausfragen. Bitte vergesst nicht, diese Hinweise, Geschichten und Anregungen handschriftlich in eurem Guide einzutragen.

Ein Österreich-Reiseführer dient als Zeichen der Verbundenheit und des Zusammenhalts. Er ermöglicht euch zudem einen unkomplizierten Zugang zu den vielen interessanten Menschen, die in unserer rot-weiß-roten Tourismusbranche in dieser sehr schwierigen Zeit arbeiten.

Und eines noch:

Vergesst diese kitschigen und allzu gefälligen Kühlschrankmagnete für zu Hause. Viel besser sind die altbekannten Autoaufkleber. Wer sich zum Beispiel jetzt einen Sticker von der Großglockner-Hochalpenstraße auf die Heckscheibe oder den Kofferraumdeckel seines Autos klebt, zeigt, dass er ein Connaisseur der österreichischen Schönheiten ist und inspiriert dadurch hoffentlich sein Umfeld, es ebenfalls mit einem Urlaub in Österreich zu versuchen – selbstverständlich mit einem Reiseführer unter dem Arm.

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